Politischer Rückhalt?!

26.10.2026

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Ohne Erneuerbare Energie ist eine nachhaltige Wirtschaft kaum vorstellbar. Deutschland befindet sich auf einem guten Weg. Aktuell herrscht allerdings Unmut. Kritik an Ministerin Reiche wird laut. Ihre Pläne würden die Erneuerbaren verteuern. Ausgang ungewiss.

Ende Juli wurde im Bundeskabinett die EEG-Novelle 2027 als auch das Netzanschlusspaket beschlossen. Ein Schritt, der dazu dienen soll, die Energiepolitik wieder konsequent auf Planbarkeit, Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit auszurichten. Bundesministerin Katharina Reiche sprach von einem „Paradigmenwechsel bei den Erneuerbaren“. Erstmals seit Einführung der Förderung werde auch systematisch berücksichtigt, wo neue Anlagen für das Stromnetz sinnvoll sind. Das sei „ein großer Schritt hin zu einem effizienteren Energiesystem“, so Reiche.

Parallel dazu hält die Bundesregierung an den Zielen zum Ausbau der Erneuerbaren fest. „So sollen weiter bis 2030 80 % Strom aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden. Das ist auch für die Unabhängigkeit von fossilen Energien zentral. Mit dem heutigen Meilenstein geht die Bundesregierung einen wichtigen Schritt hin zu diesem erklärten Ziel und macht Deutschlands Energieversorgung und damit den Wirtschaftsstandort zukunftssicherer“, heißt es hierzu auf der Website der Bundesregierung.

Strittig im Vorfeld war insbesondere der „Redispatch-Vorbehalt“. Er besagt, dass Betreiber neuer Anlagen in Gebieten mit Netzengpässen nur dann einen Netzanschluss bekommen, wenn sie bis zu zehn Jahre auf Entschädigungszahlungen bei einer netzbedingten Abregelung („Redispatch“) verzichten. Gerade Wind- und Solarparkbetreiber befürchten, dass dadurch die Errichtung und Finanzierung neuer Projekte erheblich beeinträchtigt werden könnte. Die Stimmung, insbesondere bei den Betreibern von Windanlagen, ist trüb.

Der Weg zur nachhaltigen Transformation ist beschritten

Die erfolgreiche Transformation hin zu einer innovativen, regenerativen Energieversorgung ist eine elementare Standortfrage für Industrie und Wirtschaft und primäre Aufgabenstellung für alle Beteiligten. Darüber hinaus haben Industrieunternehmen und alle energieintensiven Unternehmen ein vitales Interesse an sicherer, finanzierbarer, planbarer und vor allem grundlastfähiger Energieversorgung. Insofern eine interessante Gemengelage verschiedener Faktoren; indes steigt der weltweite Energiebedarf kontinuierlich an.

So spielt die fortschreitende Technologisierung in der Gesellschaft eine ganz entscheidende Rolle in diesem Zusammenhang. Auch die Künstliche Intelligenz ist eine der Technologien, die bei dieser Aufgabe entscheidend helfen kann, insbesondere um die Vorteile Erneuerbarer Energien wie Wind und Sonne zu heben. Essenziell sind entsprechende intelligente Stromnetze, auch bekannt als „Smart Grids“. Die entscheidende Frage lautet, wo wir hierzulande beim Vorankommen der Energiewende und beim Energiemix stehen.

Fakt ist, die Stromversorgung hierzulande wird immer sauberer und klimafreundlicher. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wächst kontinuierlich. 6 % waren es um die Jahrtausendwende. Mittlerweile liegt der Anteil der Erneuerbaren bei mehr als 55 %. Das zeigen Daten vom Umweltbundesamt. Demnach wird seit 2023 mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt – mehrheitlich durch Wind- und Sonnenenergie. Der starke Anbau an Photovoltaik- und Windenergieanlagen hat für einen deutlichen Anstieg an grünem Strom gesorgt. Windkraft und Sonnenenergie sind und bleiben die wichtigsten erneuerbaren Energiequellen. Überall entstehen neue Flächen, um dem Ziel der Klimaneutralität näher zu kommen. So soll bis 2030 eine Leistung von mindestens 215 Gigawatt (GW) bei Photovoltaik am Netz sein, 115 GW bei Windenergie an Land und 30 GW bei Windenergie auf See. Biomasse und Wasserkraft ergänzen den bunten erneuerbaren Energiemix.

Damit nicht genug. Auch bei der Wärmeversorgung spielen Erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle, so das Umweltbundesamt. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte etwa 20 %. Gute Vorzeichen. Doch wo könnte das Nadelöhr sein? Heute liegt der Engpass zunehmend in der Netzkapazität, der Systemflexibilität und dem Ausgleich schwankender Erzeugungsmengen aus Erneuerbaren Energien. Batteriespeichersysteme sind eine dieser Lösungen, um diesem aufkommenden Problem Herr zu werden.

Die Bedeutung der Erneuerbaren ist unstrittig. Gerade in einer Zeit der geopolitischen Krisen und Zerwürfnisse. Es bedarf des politischen Willens, um diesen Weg konsequent weiterzugehen. Hier gibt es aktuell Redebedarf. (ah)