Wetterphänomene treiben Zuckerpreise
21.10.2026

Joel Frick - Copyright Bendura Bank AG
Die Zuckermärkte haben im Jahr 2026 eine bemerkenswerte Trendwende erlebt, die in erster Linie auf die zunehmende Intensität des El-Niño-Wetterphänomens zurückzuführen ist. Was zu Jahresbeginn noch als globaler Zuckerüberschuss erwartet wurde, entwickelte sich aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen in mehreren wichtigen Anbauregionen rasch zu einem Angebotsdefizit.
Die Prognosen wandelten sich von einem erwarteten Überschuss Anfang 2026 hin zu Defiziterwartungen zur Jahresmitte, da sich die Erntebedingungen in bedeutenden Produktionsländern wie Indien, Thailand und Europa deutlich verschlechterten.
Europa verzeichnete nach schweren Hitzewellen im Sommer die schwächste Zuckerrübenernte seit einem Jahrzehnt, während sich die Produktionsaussichten in Thailand ebenfalls erheblich eintrübten. Indien, der zweitgrößte Zuckerproduzent der Welt, litt unter erheblichen Niederschlagsdefiziten und steigenden Inlandspreisen. Dies veranlasste die Regierung, zur Sicherung der heimischen Versorgung außergewöhnliche zollfreie Zuckerimporte zu genehmigen. Die Sorgen verschärften sich Anfang Oktober zusätzlich, als die Ernteprognosen für die bevorstehende Zuckerernte in Indien aufgrund anhaltender Dürre und Wasserrestriktionen in wichtigen Landwirtschaftsregionen deutlich nach unten revidiert wurden.
Zu Beginn des Oktobers zählt Zucker mit einem Wertzuwachs von rund 38 % seit Jahresbeginn zu den erfolgreichsten Soft Commodities und liefert sich damit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Weizen. Im Vergleich dazu verzeichnete Gold auf Jahressicht eine leicht negative Wertentwicklung. Dies bestätigt unsere Einschätzung, dass eine breit diversifizierte Rohstoffallokation einen wertvollen Beitrag zur Portfoliodiversifikation leisten und einen wirksamen Schutz vor Inflation sowie angebotsseitigen Schocks bieten kann.
Marktkommentar von Joel Frick, Investment Lead der Bendura Bank AG

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