Schroders: Blase beim Goldpreis?

07.02.2013

In diesem Jahr ist der Goldpreis um über 20 Prozent gestiegen. Eine rasante Rallye. Schroders kommentiert diese Preisentwicklung und setzt sich dem Szenario einer möglichen Blase beim gelben Edelmetall auseinander. Fazit: Von einer Blasenbildung könne keine Rede sein.

(fw/ah) "Die Diskussionen über Währungskriege und den erneuten Einsatz quantitativer Lockerungsmaßnahmen durch die US-Notenbank Fed haben die Goldpreise von einem Allzeithoch zum nächsten eilen lassen. Mit einer Preissteigerung von mehr als 25 Prozent seit Jahresbeginn steuert Gold auf sein zehntes Gewinnjahr in Folge zu - die längste Goldrally seit fast einem Jahrhundert. Dabei lässt Gold Anlageklassen wie globale Aktien, Anleihen und die meisten anderen Rohstoffe hinter sich. In Zeiten der Unsicherheit und des Sparzwangs glänzt nichts so sehr wie Gold. Doch während das Edelmetall zu einer der Anlageklassen mit der besten Wertenwicklung der vergangenen zehn Jahren avanciert, zeigen sich viele Anleger darüber besorgt, dass der kontinuierliche Preisanstieg womöglich zu einer Blase führen könnte. In unsicheren Zeiten wie diesen dürfte Gold jedoch zu den wenigen Anlageklassen gehören, die das Potenzial für weitere Wertsteigerungen haben.

Als traditionell wertstabile Kapitalanlage wurde Gold schon immer praktisch wie eine Währung behandelt. Die Gründe der Investoren, Gold in ihren Portfolios zu halten hat sich während des jüngsten Preisanstiegs jedoch geändert. Jahrzehntelang wurde Gold vor allem als Inflationsschutz betrachtet. In Zeiten schwachen wirtschaftlichen Wachstums, spielt Inflation für die meisten Volkswirtschaften aber vorläufig keine große Rolle und kann daher für die Rekordhöchststände, die die Goldpreise in den vergangenen Wochen markiert haben, nicht verantwortlich gemacht werden. Vielmehr sind es Unsicherheit und Währungsabwertungen im Zusammenhang mit den Folgen weiterer quantitativer Lockerungsmaßnahmen, die Anleger in die Sicherheit von Gold flüchten lassen.

Es ist häufig zu beobachten, dass Anleger, die sich Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung machen, Gold kaufen- und davon gibt es zurzeit viele. Der Wert von Papierwährungen wird, wenn nicht aktiv gedrückt, so doch von Zentralbanken weltweit kleingeredet. Die Furcht vor einem totalen Währungskrieg bestimmt mittlerweile maßgeblich die weltpolitische Agenda, da Währungen im wirtschaftlichen Kampf zwischen Ost und West zur neuen Waffe werden. Das Wachstum in Asien basiert auf einem exportorientierten Wirtschaftsmodell, das eine wettbewerbsfähige Währung voraussetzt. Dieses Problem der Währungsverwässerung wurde in den vergangenen Wochen durch die Möglichkeit verschärft, dass die Zentralbanken im Westen die Märkte wieder mit Liquidität fluten werden. Wie bereits erwähnt, wird Gold oft als Quasiwährung betrachtet. Anders als bei Papiergeld können Banken davon jedoch nicht unbegrenzte Mengen produzieren. Als zinsloser Vermögenswert wird Gold unter einem Anstieg der Zinsen leiden. Da jedoch das Zinsniveau für geraume Zeit niedrig bleiben dürfte und die Fed in der vergangenen Woche weitere quantitative Lockerungsmaßnahmen angekündigt hat, sollten die Goldpreise weiterhin gut gestützt bleiben. Anstatt vor einer Blasenbildung zu stehen, könnte der Goldpreis eher über weiteres Aufwärtspotenzial verfügen."

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