Wie viel KI-Boom geht noch?
25.08.2026

Foto: © KI/fw
Zum Ende der US-Berichtssaison wartet noch ein absolutes Highlight. Nvidia legt am Mittwoch seine Quartalszahlen vor. Entscheidend ist dabei allerdings weniger, ob Nvidia wächst. Viel wichtiger ist, ob das Unternehmen die hohen Erwartungen übertreffen kann.
Rückenwind kommt weiterhin von den Hyperscalern. Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet investieren massiv in Rechenzentren und KI-Infrastruktur und sorgen damit für eine hohe Nachfrage nach Nvidias Chips. Genau darin liegt aber auch ein Risiko. Sollten die Tech-Konzerne ihr Investitionstempo drosseln, könnte sich auch Nvidias Wachstum abschwächen.
Im Fokus steht der Übergang zwischen den Chipgenerationen. Blackwell muss die hohe Nachfrage zuverlässig bedienen, während mit Vera Rubin bereits die nächste Plattform folgt. Entscheidend wird sein, ob Nvidia den Übergang ohne größere Verzögerungen bewältigt. Ein reibungsloser Wechsel ist wichtig, um die Wachstumsdynamik aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck. AMD konkurriert bei KI-Chips direkt mit Nvidia, während Google, Amazon und Microsoft verstärkt eigene Beschleuniger entwickeln. Auch China bleibt ein Risiko. US-Exportbeschränkungen begrenzen Nvidias Geschäft dort bereits und fördern zugleich die Entwicklung heimischer Alternativen.
Die Bedeutung der Zahlen reicht deshalb weit über Nvidia hinaus. Bestätigt Nvidia die anhaltend hohe Nachfrage der Hyperscaler, würde das die KI-Infrastrukturstory weiter stützen. Ein schwächerer Ausblick könnte dagegen Zweifel am gesamten Investitionszyklus verstärken.
Bei Nvidia geht es längst nicht mehr nur um einen weiteren Earnings Beat. Die Zahlen müssen zeigen, ob der KI-Investitionsboom weiterhin stark genug ist, um die hohen Erwartungen an Nvidia und den gesamten KI-Trade zu rechtfertigen.

Marktkommentar von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei etoro.

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