Sicherheit und Rendite unter einem Dach
16.03.2026

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Versicherer ermöglichen bei Fondspolicen eine flexible Fondsanlage, die aus einer Kombination von freien Fonds und gemanagten Portfolios besteht. Freie Fonds umfassen meist öffentlich handelbare Investmentfonds oder ETFs, während die gemanagten Portfolios speziell für die Versicherer konzipiert sind. Kundinnen und Kunden können entweder selbst aus einer Fondsliste auswählen oder eine gemanagte Strategie nutzen. Letztere orientiert sich an einem vordefinierten Risiko-Rendite-Profil und entlastet die Kunden bei der Auswahl und Umschichtung der Fonds. Laut der Assekurata-Marktstudie bieten rund drei Viertel der Anbieter eine freie Fondsanlage an, im Durchschnitt mit rund 113 Fonds, in der Spitze mit fast 280. Etwas weniger Versicherer bieten zusätzlich oder ausschließlich gemanagte Portfolios an, mit durchschnittlich etwa fünf Strategien pro Tarif.
Die große Fondsauswahl ermöglicht es, individuelle Präferenzen gezielt zu berücksichtigen – sei es in Bezug auf Regionen, Anlageklassen, spezielle Themen oder Nachhaltigkeitskriterien. Ein umfangreiches ETF-Angebot eröffnet zudem Zugang zu kostengünstigen, indexnahen Anlagestrategien. Gleichzeitig steigt mit der Auswahl auch die Komplexität: Viele Kunden könnten sich von über 100 Fonds überfordert fühlen, was das Risiko von Fehlentscheidungen erhöht. Auch die Beratung für Vermittler wird anspruchsvoller – nicht zuletzt aufgrund regulatorischer Anforderungen wie Geeignetheitsprüfung, Nachhaltigkeitspräferenzen und Kostentransparenz. Während finanzaffine Kunden von einer großen Fondsauswahl profitieren können, ist für die Mehrheit jedoch ein qualitativ geprüfter Kernbaukasten oft sinnvoller. In Kombination mit professionell gemanagten Strategien bietet er eine gute Balance zwischen Individualisierung und Einfachheit, ohne die Übersichtlichkeit zu verlieren.
Entscheidend für die langfristige Wertentwicklung ist nicht nur die Produktarchitektur, sondern vor allem die Qualität der zugrunde liegenden Fonds und Portfolios. Dieser entscheidende Aspekt ist jedoch für Kunden und Vermittler oft schwer zu beurteilen. Vor diesem Hintergrund analysieren wir jährlich in Kooperation mit dem Handelsblatt im Fondstacho die Qualität der gemanagten Portfolios und der freien Fonds in Fondspolicen – jeweils im Frühjahr und Sommer. Die Auswertungen zeigen immer wieder, dass die Fondsangebote in Lebensversicherungsprodukten teils überdurchschnittliche Risiko-Rendite-Profile aufweisen und damit eine solide Basis für eine stabile Altersrente schaffen.
Fondspolicen – sowohl mit als auch ohne Garantien – haben sich damit auch nach dem Ende der Niedrigzinsphase als moderne und attraktive Vorsorgelösung etabliert. Sie eröffnen Kunden die Chance, eine höhere Rendite zu erzielen als mit klassischen Altersvorsorgeprodukten und können bei einer passenden Ausgestaltung einen wichtigen Beitrag zu einer angemessenen Rentenhöhe leisten. Entscheidend sind dabei das Produktkonzept, die Kostenstruktur und die Qualität der Fonds. Eine große Fondsauswahl ist dabei nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal. Zwar ermöglicht sie individuelle Vorsorgestrategien, doch gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Beratung, die Transparenz und die finanzielle Einordnung. Umso wichtiger sind unabhängige Analysen, wie der Assekurata-Fondstacho. Solche Analysen helfen, nicht nur die Vielfalt des Angebots, sondern vor allem dessen tatsächliche Qualität und Eignung für die langfristige Vorsorge sichtbar zu machen.
Ein Gastbeitrag von Rita Fester, Senior-Analystin Assekurata Rating-Agentur GmbH

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